Die Tür ist zu, das Handy hat noch Akku, und die erste Nummer aus der Trefferliste verspricht sofortige Hilfe. Woran erkennen Sie jetzt, ob am anderen Ende ein Kölner Fachbetrieb sitzt oder eine Vermittlung, die Ihren Auftrag weiterverkauft? An vier Signalen, die Sie prüfen können, bevor Sie Ihre Adresse nennen.
Prüfbar, bevor die Adresse fällt§ 138 BGB und BGH 1 StR 113/19Nötigung ist strafbar — 110
Die kurze Antwort
Alles Wesentliche wird am Telefon geklärt, bevor jemand losfährt
Abzocke beginnt fast nie an Ihrer Tür, sondern am Telefon — in dem Moment, in dem niemand sagt, was die Arbeit kosten wird, wer kommt und woher er kommt. Wer das vor der Anfahrt klärt, hat den größten Teil des Risikos ausgeräumt.
Die Reihenfolge entscheidet. Erst beschreiben, was an der Tür wirklich los ist. Dann den Gesamtbetrag für genau diese Lage nennen lassen. Dann zusagen. Ein Betrieb, der Ihre Straße kennt, kann das. Eine Vermittlung kann es nicht — sie weiß beim Abheben noch gar nicht, wer am Ende in Ihr Veedel fährt.
Was hier steht, fasst zusammen, wovor Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest und die Polizei seit Jahren warnen. Es ist eine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
Vier Warnsignale, die Sie vor der Auftragsvergabe prüfen können
Eine 0900-Nummer statt einer erreichbaren Rufnummer
Ein Mehrwertdienst, bei dem schon das Gespräch kostet, in dem noch nichts vereinbart ist. Die Verbraucherzentrale nennt als Warnsignal den Anbieter, der nur so oder nur mobil erreichbar ist und keine nachprüfbare Anschrift hat.
Ein Firmenname, der alphabetisch vorne stehen soll
Namen wie „AAA“ oder „A1“ verfolgen einen einzigen Zweck: oben im Verzeichnis zu stehen. Verbraucherzentrale und Polizei führen diese Tarnnamen als klassisches Erkennungsmerkmal. Wer in Köln wirklich arbeitet, braucht den Trick nicht.
Die Weiterleitung, die niemand ausspricht
Sie wählen eine Nummer mit Kölner Anmutung und landen in einem überregionalen Callcenter, das den Fall an einen Subunternehmer im Rheinland vergibt. Fragen Sie beiläufig, aus welchem Veedel der Wagen losfährt — die Vermittlung weiß es selbst nicht.
Kein Wort zum Preis, später Druck zur Barzahlung
Wer den Gesamtbetrag erst an der geöffneten Tür „festlegt“, arbeitet nach dem Muster, vor dem die Polizei warnt; dazu gehört das Drängen auf Bargeld. Prüfen Sie den Auftrag vor der Unterschrift.
Köln ist zwei Städte
Der Weg über den Rhein steht am Ende auf Ihrer Rechnung
Zwischen den beiden Stadthälften liegt der Rhein, und hinüber kommt man nur über die Brücken. Für einen Betrieb von hier ist das Wegführung. Für einen ortsfremden Subunternehmer ist es der Posten, an dem die Rechnung wächst.
Linksrheinisch
Adressen, die man kennen muss
In Ehrenfeld, Nippes und Sülz steht der Altbau dicht an dicht, und die Neustadt reicht weit hinter ihre eigene Häuserzeile zurück: zweiter Hof, Seitenflügel, Souterrain. Wer nur die Straßenfront sieht, hat das Haus nicht gesehen.
Wer die Neustadt kennt, fragt nach Hof, Klingel und Stockwerk — und rechnet die Suche danach nicht als Arbeitszeit ab.
Wer sie nicht kennt, steht am falschen Hauseingang; die Verzögerung tragen am Ende Sie.
„Köln“ beantwortet ein Callcenter mühelos. „Sülz oder Klettenberg?“ bringt es ins Stocken.
Rechtsrheinisch
Die Anfahrt, die weiter war als angegeben
Kalk, Mülheim, Deutz und Porz liegen auf der anderen Seite. Wer beide Hälften versorgt, kalkuliert diesen Weg als das, was er ist. Wer von außerhalb geschickt wird, bringt ihn als Anfahrt mit.
Berechnet werden darf nur die tatsächlich gefahrene Entfernung — die Zeile, an der sich eine überhöhte Rechnung nachprüfen lässt.
Kein anderer Bezirk der Stadt hat so viel Fläche wie Porz. Wer dort übernimmt, sollte sagen können, von wo aus er startet.
Fragen Sie vor der Zusage, auf welcher Rheinseite der Wagen gerade steht.
Die vier Fragen
Was Sie jeden Anbieter fragen können, bevor Sie zusagen
Vier Fragen, die kaum Zeit kosten. Ein Kölner Betrieb beantwortet alle vier ohne Zögern; einer Vermittlung fehlen dafür die Angaben.
In welchem Veedel sitzen Sie, und wer kommt?
Wer Ihnen einen Stadtteil und einen Namen nennt, hat einen Menschen im Blick und keinen Datensatz. „Ein Kollege ist gleich in der Nähe“ ist keine Antwort, solange offen bleibt, wo diese Nähe liegt.
Ist meine Tür zugefallen oder abgeschlossen?
Im einen Fall hält nur die Falle, im anderen steht zusätzlich der Riegel vor. Daran hängt der Aufwand. Wer nicht danach fragt, könnte ohnehin keinen Betrag nennen.
Wie weisen Sie sich aus, und was wollen Sie sehen?
Ein seriöser Betrieb will vor dem Öffnen sehen, dass die Wohnung Ihre ist — ein Dokument mit dieser Anschrift, das Namensschild an der Klingel, notfalls eine Nachbarin. Wer diesen Schritt auslässt, öffnet mit derselben Selbstverständlichkeit auch jemandem, der hier nichts zu suchen hat.
Was gilt, wenn aufgebohrt werden muss?
Nach dem Bohrer lässt sich der Zylinder nicht weiterverwenden; sein Ersatz ist ein eigener Vorgang mit eigenem Betrag. Unseriöse Anbieter gehen über diese Grenze hinweg, ohne sie überhaupt zu erwähnen.
Was Gerichte zu überhöhten Notdienst-Rechnungen entschieden haben
Die Rechtsprechung ist hier deutlicher, als viele vermuten. Der Satz, auf den es ankommt, stammt vom Bundesgerichtshof: Wer ausgesperrt ist, befindet sich bereits in einer Zwangslage. Eine zusätzliche Gefahr in der Wohnung muss dafür nicht hinzukommen.
Praktisch heißt das: Eine sittenwidrig überhöhte Rechnung müssen Sie nicht hinnehmen, auch dann nicht, wenn Sie unter Druck bereits gezahlt haben. Heben Sie den Beleg auf und notieren Sie, was besprochen war.
§ 138 BGB
Eine sittenwidrig überhöhte Vergütung kann nichtig sein. Zu viel Gezahltes ist rückforderbar; behalten darf der Anbieter nur den tatsächlichen Wert der Leistung.
BGH, 16.01.2020, Az. 1 StR 113/19
Die Fundstelle dazu. Wucher setzt eine Zwangslage voraus — und diese Voraussetzung ist nach dieser Entscheidung schon dann erfüllt, wenn jemand vor seiner eigenen Tür steht.
Anfahrt
Abgerechnet werden darf nur die tatsächlich gefahrene Entfernung. Ein Weg quer durch das Rheinland gehört als Erstes auf den Prüfstand.
Lockpreise
Ein beworbener Betrag, der vor Ort nicht mehr gilt, kann irreführende Werbung sein. Deshalb finden Sie hier keine einzige Zahl, an der Sie sich festhalten könnten — und genau deshalb auch keine, die an Ihrer Tür plötzlich anders lautet.
Wenn an der Tür Druck ausgeübt wird: 110
Nötigung ist eine Straftat, und sie hört nicht auf, eine zu sein, nur weil Sie im eigenen Treppenhaus stehen. Wer damit droht, die eben geöffnete Tür wieder abzuschließen, oder Bargeld verlangt, bevor Sie den Beleg gelesen haben, überschreitet eine klare Grenze.
Rufen Sie die 110. Für Nötigung ist die Polizei zuständig, auch nachts.
Zahlen Sie nicht unter Druck. Nicht vereinbarte Posten dürfen Sie streichen; zwingen kann Sie dazu niemand.
Notieren Sie Firmennamen, Kennzeichen und den Namen der Person an Ihrer Tür.
Die 112 gilt für einen anderen Fall: eingeschlossene Person, eingeschlossenes Kind oder Tier, eingeschalteter Herd, Wasser, Rauch oder Feuer.
Kostenlose Beratung
Messen Sie dieses Gespräch an genau diesen Prüfsteinen
Stellen Sie am Telefon die vier Fragen von weiter oben. Sie beschreiben Ihre Tür, Sie nennen Ihr Veedel, und Sie erfahren, was der Einsatz kostet, bevor jemand losfährt. Dafür wird nichts berechnet, und auch nach dem Auflegen schulden Sie niemandem etwas.
Erst wird gefragt, wo Sie stehen und was für eine Tür es ist; der Betrag kommt danach und nicht umgekehrt.
Sie werden in diesem Text vergeblich nach einer Zahl suchen. Eine Zahl, die nur zum Anlocken gedruckt wird, taucht auf der Rechnung nie wieder auf.
Drei Seiten, an denen sich dieser Leitfaden messen lassen muss
Ein Text über Preistransparenz ist wertlos, wenn die eigenen Seiten das Gegenteil tun. Diese drei können Sie dagegenhalten.
Kosten
Warum hier nirgends eine Zahl steht
Weil es in Kölns gemischtem Türbestand keine ehrliche Pauschale gibt: Eine zugefallene Wohnungstür in Nippes und eine abgeschlossene Haustür in Rodenkirchen sind nicht dieselbe Arbeit.
Ein Leitfaden, der in einer Nummer endet, die Sie prüfen dürfen
Fragen Sie nach dem Veedel, nach der Rheinseite, nach der Legitimation und danach, was gilt, wenn der Zylinder nicht zerstörungsfrei aufgeht. Weicht eine Antwort aus, legen Sie auf. Das ist Ihr gutes Recht und kostet Sie nichts.